Was muss ich für mein MINT-Studium eigentlich mitbringen und wie geht es nach dem Studium weiter? Oft sind das die häufigsten Fragen von Studieninteressierten. Deswegen haben wir genau dazu echte Expertinnen und Experten befragt. Hier antworten dir vier erfahrene MINT-Lehrende aus ihrer Perspektive.
Professorin Julia Gillen leitet das Zentrum für Lehrerbildung in Hannover. Ihre Schwerpunkte liegen in der Organisations- und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie bei Fragen der Qualität und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung.
"Für MINT im Lehramt kann ich sagen: Der Lehrerberuf ist ein sozialer Beruf, für den man nicht nur fachlich ausgebildet sein muss, sondern auch Lust haben muss, mit Schülerinnen und Schülern zu arbeiten. Ganz wichtig ist also, dass man fachliches Interesse mitbringt – und die Bereitschaft, sich auf junge Menschen einzulassen."
"Wenn man MINT-Fächer im Lehramt studiert, kann man direkt in die Schulen gehen. Weil es in diesem Bereich immer zu wenig Lehrkräfte gibt. Also dieses Vorurteil, 'Lehrer fahren hinterher Taxi', das passiert in den MINT-Fächer einfach nicht. Das gibt’s nicht!"
Professorin Anke Kaysser-Pyzalla ist Hochschulpräsidentin in Braunschweig. Zuvor hatte sie einen Lehrstuhl für Fügetechnik, Werkstoffeinsatz und Bauteilprüfung in Wien inne und war danach in der außeruniversitären Forschung tätig.
"Ich denke, ein Kerninteresse und Faszination an dem, was uns in Natur und Technik umgibt. Aber auch den Willen, Neues zu erfahren und Neues weiterzuentwickeln. Und einfach ein gewisses Durchhaltevermögen!"
"Berufliche Perspektiven in einem MINT-Studium sind vor allem vielfältig. Es gibt einerseits klassische Berufsfelder sowohl in der Industrie, der Wirtschaft, als auch in der Forschung. Es gibt natürlich auch Laufbahnen in Behörden oder als Lehrkraft in Schulen."
Professorin Kathrin Ottink unterrichtet in Emden/Leer Grundlagenfächer des Maschinenbaus wie Konstruktionsmethodik, Konstruktionslehre, Maschinenelemente und Grundlagenmechanik.
"Studieninteressierte für ein MINT-Fach sollten auf jeden Fall das nötige technische Verständnis mitbringen. Es ist sehr wichtig, dass man sich technische Inhalte vorstellen kann. Das bedeutet, dass man auch keine Angst vor Mathematik oder zum Beispiel vor der 3D-Darstellung von Bauteilen hat."
"Die beruflichen Perspektiven für Absolventinnen und Absolventen eines MINT-Studiums sind hervorragend. Es besteht neben der typischen industriellen Laufbahn auch die Möglichkeit, weiter in der Wissenschaft zu arbeiten, noch ein Masterstudium zu absolvieren oder mit einer Promotion abzuschließen."
Professor Harald Strating ist Koordinator und Fachstudienberater für die Studiengänge zum Lehramt an berufsbildenden Schulen in den beruflichen Fachrichtungen Elektrotechnik und Metalltechnik in Osnabrück.
"Das MINT-Lehramt-Studium verbindet technische mit pädagogischen Inhalten und pädagogisch-didaktischen Fragestellungen. Eine Lehrkraft an einer Schule hat viel Umgang mit jungen Menschen. Sie sollte das eigene Wissen vermitteln und motivieren können. Die notwendigen Grundlagen dazu werden während des Studiums erworben."
"Für das Lehramt an berufsbildenden Schulen in den Fachrichtungen Metalltechnik, Elektrotechnik und Fahrzeugtechnik sind die beruflichen Perspektiven zur Zeit extrem gut. Es wird überall dafür geworben, denn es gibt einen großen Mangel an Lehrkräften in diesem Bereich."
Stand: April 2018